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4. Challenge: Klein gegen Groß. Die erste Challenge mit meiner Tochter.

Meine Tochter ist 9. Seitdem sie auf der Welt ist, hat sie mitbekommen, dass ihre Mutter Essen fotografiert. Sie weiß, dass das Essen deswegen oft kalt gegessen wird, weil ich es erst in Szene setzen muss. Sie weiß auch, dass man oft Geduld haben muss, bis man etwas essen darf. Meistens stört sie das nicht, es sei denn ich fotografiere etwas, das sie so richtig gern mag und unbedingt essen möchte!

Kürzlich waren das die zitronigen Mignon-Törtchen oder die Erdbeeren von den Crostini („Aber auf gar keinen Fall die doofe braune Soße da oben drauf!„). Gestern waren es die buttrigen Hörnchen für das neue Kochbuch, das ich gerade shoote. Dann steht sie neben mir und fragt gefühlte 100 x, ob ich jetzt endlich fertig sei?! Wenn ich es nicht bin, trottet sie enttäuscht ab und kommt zwei Minuten später zurück und fragt wieder. Dieses Spielchen läuft bei uns sehr oft ab. In letzter Zeit hab ich sie öfter als Handmodell eingesetzt. Obwohl sie erst 9 ist, wirken ihre Hände nicht wie die eines Kindes. Inzwischen findet sie es lustig auf dem Boden zu liegen und auf Mamas Fotos zu sein. Dabei zu sein, macht sie mächtig stolz. Und mich auch.

In den letzten Wochen hat sie auch mitbekommen, dass ich einen neuen Blog habe. Sie hat viel nachgefragt, wie es dazu gekommen ist und wollte ihn immer wieder sehen. Sie hat verstanden, dass ich „Challenges“ mit Freunden mache. Dass jeder das gleiche Rezept kocht und jeder es selbst inszeniert. Es interessiert sie brennend, wie die Bilder der anderen aussehen und kommentiert fleissig dazu.

Letztes Wochenende sagte sie mir:

„Mami, ich will was kochen und fotografieren.
Und dann will ich mit meinem Bild auch auf Deinen Blog!“

Na, wenn ich da nicht dabei bin!
Die erste Challenge mit meiner eigenen Tochter!

Es ging los mit Kochbuchwälzen. Ich überlies ihr die Wahl des Rezepts komplett. Eigentlich wollte sie Brot backen, aber die lange Wartezeit schreckte sie ab. Sie kramte durch die Küche und sah die Maiskolben, die ich tags vorher vom Markt mitgebracht hatte. Sie liebt Mais und wollte „irgendwas mit Mais“ machen.

Da die Kochbücher nicht zum schnellen Suchergebnis führten, passierte Folgendes: Sie schnappte sich das iPad, sagte: „Siri, such mir ein Rezept mit Maiskolben!“, scrollte zu den Videos und schaute sich in bewegten Bildern an, wie man Maiskolben mit Fetakäse-Topping auf dem Grill zubereitet! Ich fand das ziemlich fortschrittlich und cool.

Da wir keine Grillkohle hatten, mussten wir umdisponieren und nutzten den Backofen stattdessen. Meine Tochter machte sich komplett allein ans Werk. Nur beim Backofen-Einstellen und dem Hantieren mit der Grillpfanne half ich. Die Fetakäse-Creme machte selbst, war kreativ und kam mit eigenen Ideen um die Ecke.

„Mami, ich style das Foto komplett selbst!
Du machst nix an meinem Foto!“

Mit dem Satz verschwand sie in meinen Requisiten-Keller-Fundus. Ich war baff erstaunt mit welcher Sicherheit sie Untergrund, Teller und Requisiten aussuchte. Sie selbst baute das Set auf (total trendy im prallen Sonnenlicht!), nahm das Handy und drückte selbst ab.

Erst nachdem sie fertig war, durfte ich mein Bild stylen und fotografieren.

Ich hatte ehrlich gesagt gar nicht mehr groß den Anspruch ein besonders ausgefallenes Bild zu machen. Als ich das Foto meiner Tochter sah, war ich sofort begeistert. Es ist modern und extravagant! Und sie hatte so Freude daran sich mit mir „zu messen“.

Was ich aus dieser Challenge gelernt habe: Mal wieder unvoreingenommen an Dinge herangehen. Mit der Leichtigkeit eines Kindes denken. Denn daraus ergeben sich tolle neue Möglichkeiten.

Ich bin stolz auf Dich, meine Süße. Dass Du von Dir aus die Idee hattest mich ‚herauszufordern‘ und dass Du das, was Du im Kopf hattest, so großartig umgesetzt hast. Seit Jahren, siehst Du, was ich tue. Wie ich fotografiere und wie die Bilder dann im Netz oder in Büchern landen. Jetzt hast Du es selbst gemacht. Von A bis Z. Bewahr Dir Deine Ideen, Kreativität und Leichtigkeit. Für alles was Du tust.

Maiskolben mit Feta-Käse-Topping

4 Maiskolben (mit Blättern)
1 Fetakäse, in kleine Stücke geschnitten oder gebrochen
1/2 Becher Saure Sahne
Kräuter, zB. Petersilie gehackt
Salz, Pfeffer

Die Maiskolben in den Backofen bei 160 Grad legen (noch in den geschlossenen Blättern) und für ca. 15-20 Minuten backen, bis sie anfangen zu schwitzen und weich werden. In der Zeit den Feta mit der Sauren Sahne mischen, die gehackten Kräuter dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Maiskolben aus dem Ofen nehmen und die Blätter herunterziehen. Aber nicht ganz entfernen, sondern als „Griff“ benutzen. Eine Grillpfanne erhitzen und Butter darin schmelzen. Die Kolben rundherum darin bräunen, immer wieder wenden. Die Fetakäse-Mischung auf die heißen Maiskolben geben und warm servieren.

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