Es war heute Morgen auf dem Wochenmarkt hier in Münster. Ich ging an den Ständen entlang, wie ich es fast jede Woche tue – nicht immer mit einem konkreten Plan, aber immer mit offenen Augen.
Dann kam ich am Stand von Birgit von “Küchenschätzen” vorbei. Wir kennen uns schon eine Weile, nicken uns zu, tauschen ein paar Worte. Und heute griff sie, ohne viel zu sagen, hinter sich. Holte einen Orangen-Rührkuchen hervor. Schon glasiert, schlicht, ohne große Geste. Stellte ihn vor mich hin und sah mich an.
Sie wusste, was sie tat.
Der Moment, in dem ein Motiv anfängt zu sprechen.
Der Kuchen war nicht unfertig. Er war nicht misslungen. Er stand nur noch nicht im richtigen Licht – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Und genau das ist der Moment, den ich als Food-Fotografin liebe: nicht das Perfekte abzulichten, sondern das Potenzial zu sehen, das noch niemand herausgeholt hat.
Ich habe weiße Wicken dazugestellt. Zart, federleicht, mit dieser leicht papirigen Textur, die so wunderbar gegen das Warme, Matte der Orangenglasur arbeitet. Dann den Aufbau: Wo steht der Kuchen? Wie fällt das Licht? Welche Perspektive erzählt die Geschichte, die ich erzählen möchte?
Vier Momente sind daraus geworden: die 3/4-Ansicht, die den Kuchen in seiner ganzen Form zeigt. Die Draufsicht, die das Muster der Glasur und die Blüten freilegt. Der angeschnittene Kuchen, der nach innen einlädt und die Textur des Teigs zeigt. Und die einzelne Scheibe – still, fertig, für sich.
Warum das beste Bild selten vom besten Ausgangsmaterial kommt.
Was ich in dieser Arbeit immer wieder lerne – und was ich auch in meinen Workshops weitergebe – ist das: Es braucht kein perfektes Ausgangsmaterial. Es braucht den richtigen Blick.
Das klingt einfach. Ist es aber nicht, zumindest nicht am Anfang. Denn dieser Blick ist kein Talent, das man hat oder nicht hat. Er ist eine Fähigkeit, die man üben kann. Die man lernt, indem man versteht, wie Licht auf Oberflächen fällt. Wie Farben miteinander sprechen. Wie ein Aufbau Tiefe erzeugt. Wie eine einzige Blüte ein Bild ruhiger oder lebendiger macht.
Birgit hat diesen Blick auch – nur mit anderen Augen. Sie wusste, dass in diesem Kuchen mehr steckt. Sie hat ihn einfach zu der Person gebracht, die es sichtbar machen kann.
Du kannst das auch lernen – und zwar schneller, als du denkst.
Wenn dich das anspricht – dieses Gefühl, dass du eigentlich schon weißt, dass deine Fotos besser sein könnten, aber noch nicht ganz weißt wie – dann ist mein Workshop genau der richtige Ort.
Wir arbeiten in meinem Studio hier in Münster. Klein, persönlich, mit echten Lebensmitteln und echtem Licht. Kein Frontalunterricht, sondern gemeinsames Ausprobieren. Du lernst, wie du Motive aufbaust, wie du stylst, wie du die Kamera einstellst – und vor allem, wie du anfängst, anders zu sehen.
Am 12. Juni 2026 gibt es noch freie Plätze. Ich würde mich freuen, dich dabei zu haben.
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