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9. Challenge: Die Diva unter den Nachtischen: Pavlova mit Jenni von monsieurmuffin

Jenni hätte es nicht treffender ausdrücken können. Der Nachtisch „Pavlova“, an den ich mich diesmal wagte, ist eine echte Diva! Aber sowas von. Da muss wirklich alles stimmen, damit die Baisermasse perfekt wird. Die Mengenangaben, die Backzeit, die Konsistenz des Zuckers, die Temperatur…

Ich würd sagen: Genau mein Ding! 😉 Wo ich doch meist unter Zeitmangel leide und gerne improvisiere beim Backen. Aber das hab ich dann auch gespürt, denn ich habe für diese Pavlova wirklich 3 Anläufe gebraucht, bis sie so, wie ihr sie jetzt auf den Bildern seht, geworden ist!

Aber für diese Challenge hab ich mich gern ins Zeug gelegt und mich packte der Ehrgeiz, denn Jenni von monsieurmuffin gilt für mich als Backqueen – ihre Kuchen, Plätzchen und Torten sehen immer perfekt aus und deswegen wollte ich nicht ‚versagen‘. Im Nachhinein hat es sich wirklich gelohnt. Denn wenn man sich ganz genau an das Rezept hält, wird man mit einem beeindruckenden Nachtisch belohnt. Meine Gäste staunten beim Anblick der winterlichen Kreation – ja, so eine Pavlova macht was her.

Wo kommt eigentlich der Name „Pavlova“ her?
Meine Mutter wusste es natürlich: Der Nachtisch wurde nach der russischen Ballerina Anna Pavlova benannt, die Ende der 1920er Jahre in Australien und Neuseeland auftrat. Mehr wusste dann Wikipedia: „Wer die Pavlova erstmals kreiert hat, ist seit Jahrzehnten zwischen Australien und Neuseeland umstritten. In Australien wird die Version favorisiert, nach der der deutschstämmige Herbert Sachse als Küchenchef des Hotels Esplanade in Perth diese Torte im Jahr 1935 erfunden und mit der Bemerkung „Es [das Baiser] ist leicht wie die Pavlova“ nach Anna Pawlowa benannt hat, wobei er sich von dem Tutu der russischen Balletttänzerin inspirieren ließ…“

Eine Back-Challenge mit Jenni – eine wahre Freude
Ich hab mich riesig gefreut, dass Jenni mich mit dieser Pavlova kulinarisch herausforderte. Jenni kenn ich schon viele Jahre – das erste Mal traf ich sie als Gast bei der Buchpräsentation von „Delicious“ in Köln. Kurze Zeit später war sie bei einem unserer „Food Styling & Photography Workshops“ dabei und beeindruckte durch ein sicheres Styling-Händchen und einen guten Blick bei der Food-Fotografie. Seitdem sind wir in Kontakt geblieben, haben uns mehrfach bei Events und auch privat getroffen. Auch bei ihrer wunderschönen Hochzeit durfte ich mit Freunden dabei sein. Es ist immer wieder toll zu erleben, dass Freundschaften aus der digitalen Welt sehr wohl in der analogen Welt weitergelebt werden können und umgekehrt. Oft sind es sehr befruchtende und inspirierende Freundschaften, über die ich sehr dankbar bin.

Mini-Pavlovas vs. Pavlova-Kranz
Passend zur Jahreszeit habe ich mir eine weihnachtliche Version der Anordnung überlegt, nämlich die Kranzform. Dafür habe ich den Eischnee mit einem Eisportionierer als Kranz nebeneinander gesetzt. Man hätte auch eine ganz große Pavlova machen können. Mit dem Rezept von Jenni ist das alles möglich und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wir haben uns beide für eine dunkle Stimmung beim Styling entschieden – wohl auch der Jahreszeit geschuldet. Und gegen den dunklen Untergrund hebt sich die weiße Baisermasse einfach wunderbar ab.
Bei Jenni ist allerdings nichts gerissen oder eingefallen. Ihre Mini-Pavlovas sind einfach perfekt. Wohingegen bei meiner Version die Pavlovas doch etwas rissig wurden…. aber dennoch hervorragend schmeckten!

Liz: Fandest du die Pavlovas einfach? Wie haben Sie bei dir geklappt?

Jenni: Meine Pavlovas haben gleich beim ersten Versuch geklappt. Nachdem ich hörte, dass du dafür 3 Anläufe brauchtest, hatte ich ein ganz schön schlechtes Gewissen, so ein „zickiges“ Rezept ausgesucht zu haben. Baisers sind anscheinend genauso kleine Diven wie Macarons. Aber ich wollte unbedingt schon mal eine Pavlova backen. Und sind sie nicht wunderschön  geworden? Ob als große Pavlova, feiner Kranz wie bei dir oder als kleine Mini-Pavlovas – mit einem Basisteig kann man richtig kreativ werden.

Aber ich muß natürlich ehrlich zugeben, dass meine Rezepte nicht immer gleich beim ersten Versuch funktionieren. Meist ändere ich im Nachgang nochmal die Mengenangaben der ein oder anderen Zutat oder passe die Backzeit an. Das war auch hier das große Problem. Außen schön knackig und innen weich wie Marshmallow. So sollte es werden. Ich habe meine Pavlovas mit Ober-/Unterhitze gebacken. Da ich die doppelte Teigmenge vorbereitet habe (ich bereite immer gern etwas mehr vor, damit ich mir die Schönsten fürs Foto heraussuchen kann), hatte ich 2 Bleche im Ofen und da sie nach etlicher Zeit immer noch nicht kross waren, stellte ich auf Heißluft um, damit sich die Luft besser im Ofen verteilt und schwupps wurden meine Pavlovas auf dem oberen Blech auch etwas braun.
Hattest du bei Umluft gebacken?


Liz: Da ich mich für einen Kranz aus Mini-Pavlovas entschieden hatte, hatte ich nur ein Blech im Ofen. Ich habe die Baisermasse mit Ober-und Unterhitze gebacken.
Jenni, was backst du eigentlich am liebsten bzw. für was betet deine Familie dich an?
Jenni: Ich liebe nichts mehr als immer wieder neue Rezepte auszuprobieren. Das stößt nicht immer auf Begeisterung bei meiner Family. Wenn es nach ihr ginge würden hier nur Schokokuchen und Nussecken aus dem Ofen hüpfen. Da kann ich mir dann Sprüche anhören, wie „Kannst du nicht mal einen ganz normalen Schokokuchen backen?“ Ja, kann ich auch, aber das wäre doch viel zu langweilig. Vor allem für meine Leser, die ich ja immer gern mit neuen kreativen Rezepten überraschen möchte. Und wenn sie dann erstmal probiert haben, kann ich sie dann meist doch überzeugen.

Mini-Pavlovas
(von Jenni)

Zutaten für 6 Stück:

3 Eier Größe L (Raumtemperatur)
1 Prise Salz
170 g feinster Backzucker
5 g Speisestärke
1 TL Weißweinessig
1/2 TL Vanilleextrakt

Für die Füllung:
400 g Schlagsahne
1/2 TL Zimt

Zum Garnieren:
50 g frische Cranberries
35 g Zucker
1/2 kleiner Granatapfel
6 Rosmarinzweige
30 g Zucker

Zubereitung:
Für die gezuckerten Cranberries, als erstes die Cranberries waschen. In einem Topf 35 g Zucker mit 75 ml Wasser unter Rühren zum Kochen bringen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Sirup etwas abkühlen lassen. Die Cranberries und Rosmarinzweige im Zuckerguss baden und anschließend 1 Stunde auf einem Gitter abtropfen und antrocknen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Mit einem Bleistift 6 Kreise von ca. 10 cm Durchmesser auf das Backpapier zeichnen. Den Backofen auf 150 Grad (Ober-/Unterhitze) aufheizen. (Ich hab ihn auf 125 Grad aufgehitzt)

Die Eier trennen. In einer großen, sauberen Rührschüssel das Eiweiß und eine Prise Salz mit dem Schneebesen des Handrührgerätes oder der Küchenmaschine auf höchster Stufe anschlagen, bis sich erste Spitzen bilden. Den Zucker esslöffelweise unterschlagen, bis die Masse fest und glänzend ist und sich der Zucker aufgelöst hat. Dies dauert ca. 5-10 Minuten. Anschließend Speisestärke darüber sieben, Weißweinessig und Vanilleextrakt vorsichtig unterziehen.

Die Baisermasse auf die vorgezeichneten Kreise streichen (das geht am besten mit einem großen Löffel oder einem Eiskugelportionierer) und mit einem Esslöffel in die Mitte eine Mulde ziehen. Das Backblech in den Ofen schieben und die Temperatur auf 100 Grad reduzieren. Ca. 75-90 Minuten backen. Baiser im geschlossenen Ofen komplett auskühlen lassen.

Die Cranberries im restlichen Zucker rollen, so dass die komplette Beere mit Zucker bedeckt ist. Die Rosmarinzweige ebenfalls durch den Zucker ziehen. Anschließend 1 Stunde trocknen lassen.

In der Zwischenzeit den Granatapfel entkernen. Die Sahne aufschlagen, Zimt hinzufügen und in die ausgekühlten Baiser füllen. Die Mini-Pavlovas mit den gezuckerten Cranberries, Granatapfelkernen und Rosmarinzweigen garnieren.

Wer mag kann aus diesem Rezept auch eine große Pavlova zaubern, dazu einen Kreis von ca. 18-20 cm auf ein Backpapier zeichnen, die Baisermasse auftürmen. Die zusätzliche Backzeit von 30-40 Minuten beachten.

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